Geschichte

Im 15. Jahrhundert wird erstmalig ein Leprosenkrankenhaus in Mühldorf erwähnt. Jenseits des Inns, nahe der Einmündung des Hammerbaches hatte man es errichtet, um die Lepra, diese gefährliche Infektionskrankheit von der Stadt fernzuhalten. Diese Einrichtung, in der nach Erlöschen des Aussatzes auch andere Kranke und bresthafte Personen untergebracht wurden, blieb bis 1811 bestehen. In diesem Jahr unterspülte das Hochwasser des Inns das Gebäude und machte es abbruchreif. Die wenigen noch dort befindlichen Pfründner wurden im Bruderhaus untergebracht.


Krankenhaus Mühldorf a. Inn von 1899 - 1954 

Ein weiterer Meilenstein in der Mühldorfer Krankenversorgung war die Errichtung eines Dienstbotenkrankenhauses, das auf Antrag des Stadtmagistrats auf Stiftungsbasis fundiert war und im Heiliggeistspital Aufnahme finden sollte. Kost, Arznei, Wart und Pflege sollten unentgeltlich gewährt werden.

Die staatliche Genehmigung wurde schließlich 1822 erteilt, mit dem deutlichen Hinweis, dass eine Krankenwärterin anzustellen sei. Von der Pflege durch die Spitalpfründner hielt man wohl wenig, sie sollte nur in Notfällen in Anspruch genommen werden.

Diese neue Krankenanstalt bewährte sich für die Stadt Mühldorf im großen und ganzen und fand bald auch auf dem Land Aufmerksamkeit. Deshalb drängte der damalige Landgerichtsarzt darauf, dass auch für den Distrikt Mühldorf, ein Gebiet, das dem südlichen Teil des heutigen Landkreises entspricht, Räume in diesem Krankenhaus bereitgestellt werden sollten. Man einigte sich über die entsprechenden Bedingungen und so entstand im Jahre 1849 eigentlich der Vorläufer des heutigen Krankenhauses.

Durch die Verbindung von Armenhaus, Altenheim und nunmehr zwei Krankenanstalten gab es manche Unstimmigkeit, deren häufigste Ursache die Geldnot war. Eine Änderung ergab sich dann im Jahre 1849, als die Insassen des Bruderhauses in das Spital verlegt wurden und das Bruderhaus nunmehr Krankenhaus für die Dienstboten und für den Distrikt wurde. Damit waren allerdings die Schwierigkeiten noch keineswegs behoben.

Wegen der ständigen Geldnot wurden im Jahre 1851 neue Statuten erarbeitet, welche die Einweisung beziehungsweise die Aufnahme in die Krankenanstalt regelten und in denen der Einhebung der Beiträge besonderes Augenmerk geschenkt wurde, damit die dauernde Finanzmisere ein Ende habe. Die Einstellung einer zweiten Wärterin, die sich inzwischen als notwendig erwiesen hatte, erforderte wieder zusätzliche Mittel, so dass auch fortan kein Überfluss in der Kasse aufkam. Neue Sorgen stellten sich ein, als die beiden Krankenwärterinnen plötzlich ihren Dienst kündigten und somit den Magistrat und die Distriktverwaltung vor die schwere Aufgabe stellten, neue Wärterinnen zu suchen. Dies war nicht leicht, denn wer wollte schon für geringen Lohn diese schwierige Pflegearbeit verrichten.

Schon Jahre vorher hatte der Landgerichtsarzt aus dem gleichen Anlass den Vorschlag eingebracht, sich an die Barmherzigen Schwestern zwecks Übernahme der Krankenpflege in Mühldorf zu wenden. Dieses Vorhaben scheitere aber daran, dass es zu kostspielig gewesen wäre. Inzwischen hatte man aber in Erfahrung gebracht, dass in Pirmasens in der Rheinpfalz eine junge Ordengsgemeinschaft in der Krankenpflege tätig sei, die den gleichen Dienst verrichteten wie die Barmherzigen Schwestern, die jedoch Stadt und Distrikt finanziell weniger belasten würden.

So wandte sich das Magistrat in seiner Not im Jahre 1860 an die Armen Franziskanerinnen in Pirmasens mit der Bitte um Entsendung von Ordensschwestern und nahm mit Freude die Zusage entgegen, die an durchaus annehmbare Bedingungen geknüpft war. Damit war eine wichtige und segensreiche Tatsache geschaffen worden und eine weitere bahnte sich an. Das Distriktskrankenhaus fand immer mehr Zuspruch, so dass man nach einer Erweiterung Ausschau halten musste. Dazu bot sich der an das Bruderhaus angrenzende Getreidestadel an, der wegen seiner stabilen Mauern gut umzubauen war. Der Distrikt erwarb schließlich 1862 dieses Gebäude und begann gleich mit dem Umbau. Nach mancherlei Unstimmigkeiten zwischen Distrikt und Magistrat, die jedoch glücklich überwunden werden konnten, kam der Umbau gut voran und war 1865 fertiggestellt. Nun hatten die fleißigen Schwestern für jede der beiden Krankenanstalten ein eigenes Haus und damit wesentlich verbesserte Arbeitsbedingungen. Das war auch wichtig, denn in dieser Zeit begann in und um Mühldorf der Bau der Eisenbahn und die Bausektion Mühldorf ersuchte um Aufnahme kranker oder verwundeter Bahnarbeiter, was schließlich im Jahre 1877 zu einem Vertrag über die grundsätzliche Aufnahme der Bahnbediensteten im Distriktskrankenhaus führte.

Die wirtschaftliche Entwicklung und der medizinische Fortschritt in der Krankenpflege und Krankenfürsorge brachten gegen Ende des 19. Jahrhunderts neue Aufgaben mit sich, die das bisherige Distriktskrankenhaus nicht mehr erfüllen konnte. Eine großzügigere Lösung musste angestrebt werden, und es war den damals Verantwortlichen klar, dass dies nur durch einen Krankenhausneubau erreicht werden konnte. Die Stadt stellte dafür ein drei Tagwerk großes Grundstück am Ostabhang des Scheufeleberges zu einem günstigen Preis zur Verfügung und unter der tatkräftigen und umsichtigen Federführung des Bezirksamtsmannes Loritz wurde im Juli 1897 mit dem Neubau begonnen. Am 1. Dezember 1899 war der Bau vollendet und wurde am 10. Februar 1900 in feierlicher Weise seiner Bestimmung übergeben.

Dabei wurde besonders den ehrwürdigen Schwestern und insbesondere der Frau Oberin für die namhafte Unterstützung und Beratung bei der inneren Ausstattung des Krankenhauses gebührend gedankt. Das neue Haus stellte damals eine Musteranstalt im weiten Umkreis dar.

Doch auch mit diesem Bau endet die Geschichte der Mühldorfer Krankenanstaltet nicht. In der Nachkriegszeit wuchs einerseits die Bevölkerung Mühldorfs und des Landkreises sprunghaft an und als Kriegsfolgen gab es vermehrt Krankheiten und Siechtum, andrerseits machten Heilkunde und Heilkunst ungeahnte Fortschritte, die mit den bisherigen Krankenhauseinrichtungen nicht mehr bewältigt werden konnten. Neue Baumaßnahmen wurden nötig.

So beschloss der Kreistag im Jahre 1954 die Erweiterung des Kreiskrankenhauses, die in 3 Bauabschnitten durchgeführt wurde und 1962 abgeschlossen war. Die kirchliche Einweihung durch Bischof Dr. Johannes Neuhäusler verband der Landkreis mit der Feier des hundertjährten Jubiläums der Anwesenheit der Armen Franziskanerinnen von Mallersdorf, deren außerordentliche Verdienste um die Krankenpflege von allen Festrednern, besonders aber von dem damaligen Landrat Albert Weggartner, lobend anerkannt und gewürdigt wurden.

Doch aus diesmal blieb die Zeit nicht stehen und der Baubetrieb, der zur Zeit um das Mühldorfer Krankenhaus herrscht, zeugt davon, dass der Mühldorf Kreistag, mit Herrn Landrat Erich Rambold an der Spitze, auch jetzt mit neuen Baumaßnahmen um die bestmögliche Versorgung der Kranken bemüht bleibt. Nach der Sanierung der Funktionsräume im Bettenbauteil 2 Mitte der 80er Jahre und Fertigstellung des neuen Funktionstraktes Ende der 80er Jahre wird mit Beginn der 90er Jahre der Bauteil 1 durch einen neunen Bettentrakt ersetzt, um dann die beengten Patientenzimmer entflechten und mit Naßzellen ausrüsten zu können.