Intensivstation
Unser Team
Kunst für Schwerkranke

Intensivmedizin

Seit 1976 gibt es am Kreiskrankenhaus Mühldorf eine Intensivstation. Im Zuge der Neuschaffung eines Funktionstraktes wurde 1989 auch eine moderne Intensivstation mit 9 Patientenplätzen gebaut.

Die Aufgabe der Station ist es, schwerkranke Patienten Tag und Nacht zu betreuen. Wir setzen dabei moderne Techniken und Apparate ein, um den Patienten ständig zu überwachen und im Notfall rechtzeitig eingreifen zu können.
Für Besucher mag der Anblick der vielen technischen Geräte verwirrend und beängstigend erscheinen, besonders, wenn Sie Ihren Angehörigen daran angeschlossen finden. Die wichtigsten Geräte und Verfahren sollen deshalb hier erklärt werden.

 

 

 

Je nach Art und Schwere der Erkrankung können die verschiedensten Organfunktionen gestört sein:

  • Herz und Kreislauf
  • Atmung
  • Bewußtsein
  • Wasser- und Elektrolythaushalt
  • Entgiftung und Ausscheidung u.a.m.

Um Ausmaß und Verlauf der unterschiedlichen Funktionsstörungen und die Wirkung der Behandlung erkennen zu können, ist die engmaschige Kontrolle der verschiedensten Meßwerte erforderlich.

 

Überwachung der Lebensfunktionen

Zur ständigen Beobachtung ist der Patient an ein Überwachungsgerät (Monitor) angeschlossen. Auf die Haut aufgeklebte elektrische Kontakte machen das EKG sichtbar. Über dünne Kunststoffkatheter, die in die Blutbahn eingelegt sind, wird der Blutdruck gemessen. Ein Fühler am Finger dient zur Anzeige der Sauerstoffversorgung. Ein Katheter in der Harnblase leitet den Urin ab und enthält ein Thermoelement zur Fiebermessung.

Alle Messwerte werden laufend am Monitor angezeigt.

Ausgeklügelte Alarmfunktionen sorgen dafür, daß Störungen aller Art auch dann sofort bemerkt werden, wenn gerade niemand am Bett des Kranken ist.
  

 

Beatmung

Viele unserer Patienten werden künstlich von einer Maschine beatmet. Dazu wird ein Schlauch über den Mund, die Nase oder direkt in die Luftröhre gelegt, durch den Luft in die Lungen ein- und ausströmt. Da während der Zeit der Beatmung der Schlauch die Stimmbänder vorübergehend blockiert, kann der Patient nicht sprechen. Dies ist aber wieder möglich, sobald der Schlauch entfernt ist.

In vielen Fällen werden zusätzlich Medikamente gegeben, die eine Beruhigung des Patienten bewirken. Wenn der Patient wach ist, erklären wir ihm, was wir tun. Auch helfen wir ihm, seine eigenen Wünsche mitzuteilen, indem wir ihm Tafeln, Schreibmaterial und andere Äußerungsmöglichkeiten anbieten.
  
Wenn immer möglich, wird die Beatmung als Unterstützung der Eigenatmung des Patienten über eine Gesichtsmaske durchgeführt. Bei dieser Form der Atemtherapie kann auf Beruhigungsmittel meistens ganz verzichtet werden, sodaß sich der Patient fast ungestört mitteilen, essen und trinken kann.  


 

 

Medikamententherapie

Patienten auf der Intensivstation werden häufig mit hochwirksamen Medikamenten behandelt. Diese müssen genau dosiert direkt in die Blutbahn verabreicht werden. Dem Kranken werden dazu dünne Kunststoffkatheter in die Venen am Arm oder am Hals eingelegt. Mittels Pumpen werden Flüssigkeit, Medikamente und bei Bedarf künstliche Nährlösungen über diese Katheter verabreicht

 

Ernährung

Viele unserer Patienten können oder dürfen nicht essen. Nichtsdestoweniger ist eine ausreichende Ernährung für den Heilungsverlauf von großer Bedeutung. Die künstliche Ernährung versorgt den Kranken mit Flüssigkeit, Nährstoffen, Mineralien und Vitaminen. Dabei wird die Zusammensetzung der Nährlösung dem jeweiligen Krankheitsbild angepasst.

Die Zufuhr der Nähstoffe erfolgt, wenn immer möglich, auf natürlichem Wege über Magen und Darm. Ein dünner Schlauch, der durch die Nase bis in den Magen oder Dünndarm vorgeschoben wird, versorgt den Patienten mit den lebensnotwendigen Substraten.

Bei sehr gestörter Verdauungsfunktion kann die künstliche Ernährung auch direkt in die Blutbahn verabfolgt werden.  

 

Nierenersatztherapie

Ein Ausfall der Nierenfunktion ist bei Intensivpatienten nicht selten. Meistens erholen sich die Nieren im Verlauf der Behandlung wieder. Bis dahin wird die notwendige Entgiftung mit Hilfe einer Maschine vorgenommen. Diese saugt über einen in die Blutbahn eingelegten Katheter Blut an und presst es durch einen Filter. Dabei werden Wasser und im Blutplasma gelöste Stoffe herausfiltriert und durch eine Infusionslösung ersetzt. Anschließend wird das Blut wieder in den Körper des Patienten zurückgepumpt.


 

Grenzen der Intensivbehandlung

Unser Ziel ist es, jeden Patienten nach Überwindung seines lebensbedrohlichen Zustandes auf die Allgemeinstation zu verlegen. Daß uns das nicht immer gelingt, liegt an der Schwere der Erkrankung. Wenn wir auch nicht jedes Leben retten können, sind wir doch bemüht, Leiden zu lindern und Schmerzen zu nehmen.

 

Mithilfe der Angehöringen

Wir halten es für sehr wichtig, daß die nächsten Angehörigen Kontakt zu unseren Patienten halten, damit diese in schweren Stunden ihre Lieben in ihrer Nähe wissen. Gerade wenn ein Mensch durch künstliche Beatmung am Sprechen gehindert ist, ist liebevolle und geduldige Zuwendung ein großer Trost. Auch bei gestörtem Bewußtsein kann ein Streicheln oder der vertraute Klang einer Stimme den Weg zurück in die Wachheit ebnen.

Auch für die Familie des Kranken ist die Zeit der Intensivbehandlung eine Phase voller Ängste und Zweifel. Ärzte und Pflegepersonal der Intensivstation stehen gerne zu einem Gespräch zur Verfügung. Oft besteht auch der Wunsch nach dem Beistand eines Geistlichen, der von uns jederzeit geholt werden kann.

 

Besuche und Auskünfte

Zur Wahrung der persönlichen Sphäre des Patienten können Besuche auf der Intensivstation nur den allernächsten Angehörigen gestattet werden. Kindern unter 14 Jahren ist der Zutritt nicht gestattet, um sie psychisch nicht zu überforden.

Telefonische Auskünfte dürfen wir nur an eine Bezugsperson, die uns persönlich bekannt sein muß, geben. Andere Anrufer verweisen wir grundsätzlich an diese Person.